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Atomkraftwerk Three Mile Island wird endgültig abgeschaltet

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Iddletown – Das US-Atomkraftwerk Three Mile Island gelangte im Jahr 1979 nach einer teilweisen Kernschmelze im Block 2 weltweit in die Schlagzeilen. Nun wird auch der Block 1 endgültig stillgelegt, aus wirtschaftlichen Gründen.

Im US-Bundesstaat Pennsylvania geht die Ära des Atomkraftwerks in Harrisburg am 30. September 2019 zu Ende. Ohne staatliche Subventionen ist ein Weiterbetrieb des Atomreaktors nicht möglich.

Energieversorger Exelon Generation schließt Block 1 des AKW Three Mile Island

Das Kernkraftwerk Three Mile Island liegt südöstlich von Harrisburg in den USA. Zwei Druckwasserreaktoren mit 805 (Block 1) bzw. 850 MW (Block 2) Leistung wurden betrieben. Baubeginn für Block 1 war 1968, seit 1974 ist das Atomkraftwerk im kommerziellen Betrieb. Allerdings ist der AKW-Betrieb seit vielen Jahren defizitär, vor allem durch den niedrigen Gaspreis, den Fracking-Boom und die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien. Nach Angaben des Betreibers Exelon Generation gibt es nur noch drei Gesetzgebungstermine im Mai 2019, aber es sind keine Anzeichen für eine staatliche (Subventions)-Lösung erkennbar, die den Abschaltprozess noch umkehren könnten. Obwohl die Betriebserlaubnis noch bis 2034 reicht, wird der Block 1 damit vorzeitig abgeschaltet. Der Rückbauprozess des Atomkraftwerks 1 startet ab dem Jahr 2074.

Atomunfall: USA schrammen 1979 knapp am Super-GAU vorbei

Am 28. März 1979 kam es in Block 2 des Atomkraftwerks Three Mile Island zu einem „ernsten Unfall“ der INES-Stufe 5 (Stufe 6 und 7 = Super GAU). Vorausgegangen war eine Reaktorschnellabschaltung. Durch ein offenes (klemmendes) Druckentlastungs-Ventil wegen des Überdrucks kam es zu einem permanenten Entweichen von Kühlflüssigkeit, gleichzeitig blockierten aber fälschlicherweise abgesperrte Ventile die Zufuhr von frischem Kühlwasser in den Reaktorkern. In der Folge kommt es durch den Verlust der Kühlflüssigkeit zu einer partiellen Kernschmelze (rund 50 Prozent). Der gesamte Reaktorkern des Blocks 2 wurde dabei zerstört, Radioaktivität trat u.a. durch Ablassen in die Atmosphäre aus. Glück im Unglück im AKW Three Mile Island: anders als im japanischen Fukushima 2011 ist die Wasserstoffblase im Jahr 1979 in den USA nicht explodiert.

© IWR, 2019

15.05.2019

 



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