Atomkraftwerke: EDF stellt neuen Kostenplan für EPR2-Programm vor – erster neuer Reaktor nicht vor 2038 am Netz
Erster AKW-Neubau in Frankreich nicht vor 2038 in Betrieb
Der Bau von sechs neuen EPR2-Reaktoren an den Standorten Penly, Gravelines und Bugey wird teurer als bislang vorgesehen. Laut der jüngsten Schätzung von EDF erreichen die prognostizierten Gesamtkosten 72,8 Mrd. Euro in Preisen von 2020. Die Kostenangaben sollen im ersten Quartal 2026 von der französischen Interministeriellen Delegation für neue Atomkraft (DINN) geprüft werden.
Der erste Reaktor in Penly soll frühestens 2038 in Betrieb gehen. Die weiteren Reaktoren sollen nach den aktuellen Planungen in Abständen von 12 bis 18 Monaten folgen. Für das Jahr 2026 hat EDF ein Budget von 2,7 Mrd. Euro für das Programm genehmigt.
Französischer Staat subventioniert Bau und Betrieb der Atomkraftwerke
Den Bau der neuen Atomkraftwerke kann EDF ohne staatliche Unterstützung und Risikoteilung nicht finanzieren. Vorgesehen sind staatliche Subventionen, darunter ein subventioniertes Darlehen für mindestens 50 Prozent der Baukosten. Konkrete Vertragsdetails liegen bislang nicht vor; es handelt sich weiterhin um einen Rahmenplan.
Der produzierte Atomstrom soll über eine staatlich garantierte Mindestvergütung mit einer Laufzeit von 40 Jahren abgesichert werden. Das geplante Contract-for-Difference-(CfD)-Modell sieht – ähnlich wie das EEG – eine Mindestvergütung (Strike Price) vor, deren Höhe bislang nicht bekannt ist. Im Unterschied zum EEG ist bei einem CfD-Modell jedoch auch die Oberseite gedeckelt: Steigt der Börsenstrompreis deutlich über die garantierte Mindestvergütung, muss der Betreiber einen Teil der Erlöse an den Staat zurückzahlen.
Bereits im März 2025 hatte der Rat für Nuklearpolitik (CPN) klargestellt, dass der erste EPR2-Reaktor nicht vor 2038 ans Netz gehen wird. EDF wurde aufgefordert, die Maßnahmen zur Kosten- und Terminsteuerung zu verstärken und bis Ende 2025 eine verbindliche Kosten- und Zeitabschätzung vorzulegen. Gleichzeitig wurde das Unternehmen daran erinnert, die industrielle Beherrschung des Programms weiter zu festigen. Dieser Aufforderung ist EDF bislang noch nicht vollständig nachgekommen.
Rechnungshof kritisiert Vorgehen – deutliche Kostensteigerungen
Der französische Rechnungshof (Cour des comptes) hatte Ende 2023 die technische Reife des EPR2-Programms als unzureichend bewertet, um von der allgemeinen zur detaillierten Planung überzugehen. Zwar wurde die Detailplanung inzwischen aufgenommen, doch bleiben sowohl die prognostizierte Rentabilität als auch die Finanzierung des Programms unklar.
Der Rechnungshof verweist darauf, dass die ursprünglichen Kostenschätzungen von 51,7 Mrd. Euro in Preisen von 2020 inzwischen um rund 30 Prozent auf 67,4 Mrd. Euro in Preisen von 2020 gestiegen sind. Umgerechnet in Preisen von 2023 belaufen sich die Gesamtkosten bereits auf 79,9 Mrd. Euro. Damit werde erneut deutlich, wie wichtig eine strikte Kosten- und Terminsteuerung sei, um die massiven Kostenüberschreitungen bei Projekten wie Flamanville, Olkiluoto oder Hinkley Point nicht zu wiederholen.
Mit der jüngsten Anhebung der geschätzten Kosten auf 72,8 Mrd. Euro in Preisen von 2020 durch EDF zeichnet sich ab, dass ein Ende der Kostenspirale bislang nicht absehbar ist. Experten weisen darauf hin, dass dieser Betrag lediglich die reinen Baukosten für die Atomkraftwerke widerspiegelt. Unter Einbeziehung von Finanzierungskosten und Inflation wird erwartet, dass die nominalen Gesamtkosten auf deutlich über 100 Mrd. Euro steigen.
Den Bau der neuen Atomkraftwerke kann EDF ohne staatliche Unterstützung und Risikoteilung nicht finanzieren. Vorgesehen sind staatliche Subventionen, darunter ein subventioniertes Darlehen für mindestens 50 Prozent der Baukosten. Konkrete Vertragsdetails liegen bislang nicht vor; es handelt sich weiterhin um einen Rahmenplan.
Der produzierte Atomstrom soll über eine staatlich garantierte Mindestvergütung mit einer Laufzeit von 40 Jahren abgesichert werden. Das geplante Contract-for-Difference-(CfD)-Modell sieht – ähnlich wie das EEG – eine Mindestvergütung (Strike Price) vor, deren Höhe bislang nicht bekannt ist. Im Unterschied zum EEG ist bei einem CfD-Modell jedoch auch die Oberseite gedeckelt: Steigt der Börsenstrompreis deutlich über die garantierte Mindestvergütung, muss der Betreiber einen Teil der Erlöse an den Staat zurückzahlen.
Bereits im März 2025 hatte der Rat für Nuklearpolitik (CPN) klargestellt, dass der erste EPR2-Reaktor nicht vor 2038 ans Netz gehen wird. EDF wurde aufgefordert, die Maßnahmen zur Kosten- und Terminsteuerung zu verstärken und bis Ende 2025 eine verbindliche Kosten- und Zeitabschätzung vorzulegen. Gleichzeitig wurde das Unternehmen daran erinnert, die industrielle Beherrschung des Programms weiter zu festigen. Dieser Aufforderung ist EDF bislang noch nicht vollständig nachgekommen.
Rechnungshof kritisiert Vorgehen – deutliche Kostensteigerungen
Der französische Rechnungshof (Cour des comptes) hatte Ende 2023 die technische Reife des EPR2-Programms als unzureichend bewertet, um von der allgemeinen zur detaillierten Planung überzugehen. Zwar wurde die Detailplanung inzwischen aufgenommen, doch bleiben sowohl die prognostizierte Rentabilität als auch die Finanzierung des Programms unklar.
Der Rechnungshof verweist darauf, dass die ursprünglichen Kostenschätzungen von 51,7 Mrd. Euro in Preisen von 2020 inzwischen um rund 30 Prozent auf 67,4 Mrd. Euro in Preisen von 2020 gestiegen sind. Umgerechnet in Preisen von 2023 belaufen sich die Gesamtkosten bereits auf 79,9 Mrd. Euro. Damit werde erneut deutlich, wie wichtig eine strikte Kosten- und Terminsteuerung sei, um die massiven Kostenüberschreitungen bei Projekten wie Flamanville, Olkiluoto oder Hinkley Point nicht zu wiederholen.
Mit der jüngsten Anhebung der geschätzten Kosten auf 72,8 Mrd. Euro in Preisen von 2020 durch EDF zeichnet sich ab, dass ein Ende der Kostenspirale bislang nicht absehbar ist. Experten weisen darauf hin, dass dieser Betrag lediglich die reinen Baukosten für die Atomkraftwerke widerspiegelt. Unter Einbeziehung von Finanzierungskosten und Inflation wird erwartet, dass die nominalen Gesamtkosten auf deutlich über 100 Mrd. Euro steigen.
© IWR, 2025
Weitere Meldungen rund um die Atomkraftwerke
Nachrichten aus Frankreich - aktueller Newsticker auf www.energiefirmen.de
Frankreichs Atomoffensive gerät ins Stocken: Erstes neues Atomkraftwerk nicht vor 2038 am Netz
Atomkraftwerke: Weltmarkt verharrt auch 2024 in der Talsohle – Atomstrom für KI-Anwendungen zu teuer
Stromtarife vergleichen und Anbieter wechseln - strompreisrechner.de
Atomausstieg: Belgien schaltet mit Tihange 1 zweites Atomkraftwerk im laufenden Jahr ab
Atomkraftwerke in Frankreich produzieren zu wenig Strom – EDF senkt Prognose für 2022
Frankreich errichtet weltweit leistungsstärkste schwimmende Offshore Windkraftanlage – industrielles Zukunftsfeld nimmt Fahrt auf
Atomkraftwerke: Britische Regierung lockt private Investoren mit 20 Milliarden Euro Staatshilfe für Atomkraftwerk Sizewell C
Frankreich nimmt ersten schwimmenden Offshore-Windpark in Betrieb – EDF erreicht technologischen Meilenstein im Mittelmeer
Neue Bundesregierung will Kernfusion statt Atomkraftwerke – kein Wort zur Atomenergie im Koalitionsvertrag
Frankreich: Neue Atomkraftwerke noch in Planung – Neue Offshore-Windparks schon in Betrieb
Atomausstieg: Belgien schaltet mit Doel 2 drittes Atomkraftwerk im Jahr 2025 ab - nur noch Doel 4 und Tihange 3 am Netz
Europas Batteriespeichermarkt wächst rasant: Erste Teilphase von Engies 800-MWh-Batterie in Belgien am Netz
Atomkraftwerke: Europa schaltet seit Fukushima 37 Kernkraftwerke endgültig ab – Abschalttrend hält an
Stadtwerke Lübeck Gruppe GmbH sucht Referentin Energiewirtschaftliches Asset Management (m/w/d)
Stadtwerke Lübeck Gruppe GmbH sucht Referentin Energiewirtschaftliches Asset Management (m/w/d)
Stadtwerke Lübeck Gruppe GmbH sucht Referentin Energiewirtschaftliches Asset Management (m/w/d)
30.12.2025Nachrichten aus Frankreich - aktueller Newsticker auf www.energiefirmen.de
Frankreichs Atomoffensive gerät ins Stocken: Erstes neues Atomkraftwerk nicht vor 2038 am Netz
Atomkraftwerke: Weltmarkt verharrt auch 2024 in der Talsohle – Atomstrom für KI-Anwendungen zu teuer
Stromtarife vergleichen und Anbieter wechseln - strompreisrechner.de
Atomausstieg: Belgien schaltet mit Tihange 1 zweites Atomkraftwerk im laufenden Jahr ab
Atomkraftwerke in Frankreich produzieren zu wenig Strom – EDF senkt Prognose für 2022
Frankreich errichtet weltweit leistungsstärkste schwimmende Offshore Windkraftanlage – industrielles Zukunftsfeld nimmt Fahrt auf
Atomkraftwerke: Britische Regierung lockt private Investoren mit 20 Milliarden Euro Staatshilfe für Atomkraftwerk Sizewell C
Frankreich nimmt ersten schwimmenden Offshore-Windpark in Betrieb – EDF erreicht technologischen Meilenstein im Mittelmeer
Neue Bundesregierung will Kernfusion statt Atomkraftwerke – kein Wort zur Atomenergie im Koalitionsvertrag
Frankreich: Neue Atomkraftwerke noch in Planung – Neue Offshore-Windparks schon in Betrieb
Atomausstieg: Belgien schaltet mit Doel 2 drittes Atomkraftwerk im Jahr 2025 ab - nur noch Doel 4 und Tihange 3 am Netz
Europas Batteriespeichermarkt wächst rasant: Erste Teilphase von Engies 800-MWh-Batterie in Belgien am Netz
Atomkraftwerke: Europa schaltet seit Fukushima 37 Kernkraftwerke endgültig ab – Abschalttrend hält an
Stadtwerke Lübeck Gruppe GmbH sucht Referentin Energiewirtschaftliches Asset Management (m/w/d)
Stadtwerke Lübeck Gruppe GmbH sucht Referentin Energiewirtschaftliches Asset Management (m/w/d)
Stadtwerke Lübeck Gruppe GmbH sucht Referentin Energiewirtschaftliches Asset Management (m/w/d)
Pressemappen - mit Original-Pressemitteilungen



