Rekord-Ausschreibungen und mehr Neuanlagen - Windenergie-Ausbau in Deutschland gewinnt 2025 an Tempo
Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Zuschläge der aktuellen Ausschreibungsrunde veröffentlicht. Gebotstermin war der 1. November 2025. Mit einer eingereichten Gebotsmenge von 8.155 MW wurde ein neuer Rekordwert erzielt. Über alle vier Ausschreibungsrunden hinweg hat die BNetzA im Jahr 2025 Windkraftanlagen an Land mit einer Gesamtleistung von 14.445 MW bezuschlagt. Die Vergütungssätze sinken weiter und liegen deutlich unter dem Höchstwert von 7,35 ct/kWh.
2025er-Wind-an-Land-Ausschreibungen erreichen Zuschlagsvolumen von 14.445 MW - alle Ausschreibungen deutlich überzeichnet
Wie schon in den vorangegangenen Runden war auch die Ausschreibung zum 1. November 2025 klar überzeichnet. Bei einer ausgeschriebenen Menge von 3.450 Megawatt (MW) gingen 905 Gebote mit einem Rekordvolumen von insgesamt 8.155 MW ein. Am Ende erhielten 415 Gebote mit 3.456 MW einen Zuschlag. 37 Gebote wurden laut BNetzA ausgeschlossen.
Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert sank auf 6,06 ct/kWh (Vorrunde: 6,57 ct/kWh) und liegt damit deutlich unter dem Höchstwert von 7,35 ct/kWh. Die Gebotswerte bewegten sich zwischen 5,80 und 6,12 ct/kWh (Vorrunde: 6,39-6,64 ct/kWh).
„Die eingereichte Gebotsmenge von über 8 GW stellt den bisher höchsten Wert in einer Ausschreibung dar. Über das gesamte Jahr 2025 betrachtet war damit erfreulicherweise jede Ausschreibung überzeichnet. Zugleich sind die Zuschlagswerte gegenüber der Vorrunde weiter gesunken“, kommentiert Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, die Ergebnisse der aktuellen Ausschreibung.
Die regionale Verteilung der Zuschläge zeigt, dass Nordrhein-Westfalen mit 1.093 MW (148 Zuschläge) wieder an der Spitze des Bundesländerrankings liegt. Knapp dahinter folgt Niedersachsen mit 1.091 MW (133 Zuschläge). Mit deutlichem Abstand landet Brandenburg mit 262 MW auf Rang drei (34 Zuschläge).
Zusammen mit den Zuschlägen aus den Runden im Februar (4.094 MW), Mai (3.447 MW) und August (3.448 MW) hat die BNetzA im Jahr 2025 insgesamt eine Rekord-Windkraftleistung von 14.445 MW bezuschlagt.
„Damit schwenkt Wind an Land auf den Ausbaupfad des EEG ein. Es ist wichtig, dass die Bundesregierung nun bei der anstehenden Reform des EEGs im kommenden Jahr - wie auch im Koalitionsausschuss beschlossen - die Ziele beibehält, damit diese Entwicklung nicht ausgebremst wird. Auch der Netzzugang muss gesichert werden“, kommentiert die Präsidentin des Bundesverbands Windenergie (BWE) Bärbel Heidebroek die Ausschreibungsergebnisse des Jahres 2025.
Windenergie in Deutschland: Ausbau an Land 2025 im Aufwind – Offshore-Netzanschluss verzögert sich
Die Ausschreibungsergebnisse geben einen klaren Hinweis auf die Marktentwicklung der kommenden Jahre. Auch die weiter anziehenden Daten des nationalen Windenergiemarktes im Jahr 2025 zeigen eine zunehmende Marktdynamik.
Von Januar bis Dezember 2025 gingen in Deutschland nach einer ersten Auswertung von Daten des Marktstammdatenregisters (MaStR) der BNetzA durch das IWR (Stand: 04.01.2026) insgesamt Windkraftanlagen mit einer Leistung von 5.414 MW brutto ans Netz (2024: 4.045 MW). Nach Abzug des Rückbaus älterer Anlagen verbleibt ein Nettozubau von rund 4.790 MW (2024: 3.296 MW).
Diese Zahlen umfassen sowohl Onshore- als auch Offshore-Anlagen. Betrachtet man nur die Windenergie an Land, zeigt sich ein besonders dynamisches Bild: Von Januar bis Dezember 2025 lag der Nettozubau bei 4.501 MW. Im Vergleich zum Vorjahr 2024 ist das ein Plus von 76 Prozent (2024: 2.554 MW).
Auf See sind in den Offshore-Windparks He Dreiht (960 MW) und Borkum Riffgrund 3 (913 MW), die sich derzeit noch im Bau befinden, im Jahr 2025 insgesamt 24 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 291 MW in Betrieb gegangen. In Summe nähert sich die Offshore-Windleistung in Betrieb in Deutschland mit 9.506 MW damit Ende 2025 der Marke von 10.000 MW.
Ursprünglich sollten He Dreiht und Borkum Riffgrund 3 im Jahr 2025 schon voll in Betrieb gehen. Unter der Annahme, dass die vollständige Inbetriebnahme der beiden Projekte jetzt im Jahr 2026 erfolgt und auch der Offshore-Windpark Windanker in der Ostsee (300 MW) ans Netz geht, könnte die Offshore-Windkraftleistung in Deutschland in Betrieb bis Ende des Jahres auf rund 11.500 MW klettern.
© IWR, 2026
Strom: Deutschland verfehlt 2025 knapp die Marke von 10.000 MW Offshore-Windkraftleistung
Einnahmen aus dem Emissionshandel 2025 stark gestiegen - 21,4 Milliarden Euro fließen in den Klima- und Transformationsfonds
Salzgitter treibt grüne Stahl-Transformation voran: Iberdrolas neuer Solarpark liefert Strom für grüne Stahlproduktion von Salzgitter
Stadtwerke Lübeck Gruppe GmbH sucht Referentin Energiewirtschaftliches Asset Management (m/w/d)
Aktuelle Entwicklung des Windenergie-Ausbaus in Deutschland auf www.windbranche.de (inkl. Bundesländer, Kreise und Kommunen)
Stadtwerke Lübeck Gruppe GmbH sucht Referentin Energiewirtschaftliches Asset Management (m/w/d)
Original PM: November-EEG-Ausschreibung der Bundesnetzagentur: Alterric erhält Zuschläge für drei Projekte
Pressemappen - mit Original-Pressemitteilungen



