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Wettbewerb bleibt hoch: Ausschreibung für PV-Freiflächenanlagen zum 01. März 2026 wieder deutlich überzeichnet

© IWR / Schlusemann© IWR / Schlusemann

Bonn, Münster - Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die erfolgreichen Gebote der Ausschreibung für PV-Freiflächenanlagen und für Solaranlagen (Solaranlagen des ersten Segments) zum Gebotstermin 1. März 2026 bekanntgegeben. Das Interesse der Bieter bleibt weiterhin groß, die Ausschreibung ist deutlich überzeichnet. Die Zuschlagswerte sinken.

Bei der jüngsten technologiespezifischen Ausschreibung der BNetzA für Freiflächen-Solaranlagen und Solaranlagen an oder auf baulichen Anlagen, die nicht in die Kategorie Gebäude oder Lärmschutzwände fallen, lag das Volumen der eingereichten Gebote wieder signifikant über dem ausgeschriebenen Volumen. Insgesamt lag das Volumen der eingereichten Gebote etwa doppelt so hoch wie das Ausschreibungsvolumen. Zudem prägen sinkende Zuschlagswerte und eine starke regionale Konzentration die Ergebnisse im Segment der Solarparks in Deutschland weiterhin deutlich. Die nächste Ausschreibungsrunde für Solaranlagen des ersten Segments ist auf den 1. Juli 2026 terminiert.

Deutlich überzeichnete Ausschreibung: Gebote übersteigen Volumen um Faktor zwei

Die Ausschreibungsrunde zum Gebotstermin 1. März 2026 ist wieder deutlich überzeichnet. Bei einer ausgeschriebenen Leistung von 2.295 Megawatt (MW) wurden Gebote mit insgesamt mehr als 4.622 MW eingereicht. Damit wurde das Ausschreibungsvolumen etwa um den Faktor 2 übertroffen. Der Wettbewerb im Segment der Solarparks bleibt weiter hoch.

Von insgesamt 532 eingereichten Geboten erhielten 268 Projekte mit einem Volumen von 2.299 MW einen Zuschlag. 39 Gebote wurden vom Verfahren ausgeschlossen. Damit liegt das Zuschlagsvolumen leicht über der ausgeschriebenen Menge.

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte schwanken zwischen 3,99 ct/kWh und 5,10 ct/kWh. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert liegt in dieser Runde bei 4,94 ct/kWh und damit leicht unterhalb des Niveaus der Vorrunde (5,00 ct/kWh).

„Die Gebotsrunde war, ebenso wie die Vorrunde, deutlich überzeichnet. Es wurden Gebote für gut das Doppelte des Ausschreibungsvolumens eingereicht. Die Zuschlagswerte sanken gegenüber der Vorrunde wieder“, kommentiert BNetzA-Präsident Klaus Müller das Ergebnis der Ausschreibung.

Anlagen entlang von Autobahnen und Schienenwegen dominieren - Bedeutung besonderer Solaranlagen nimmt zu

Besonders stark nachgefragt sind Projekte entlang von Infrastrukturtrassen. Auf Randstreifen von Autobahnen und Schienenwegen entfallen 1.026 MW beziehungsweise 123 Zuschläge. Diese Flächen entwickeln sich zunehmend zu einem zentralen Standortfaktor für neue Solarparks in Deutschland.

Ebenfalls groß ist das Interesse für Anlagen auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten mit 760 MW. Darüber hinaus gewinnen Anlagen der Kategorie „besondere Solaranlagen“ an Bedeutung (439 MW, 59 Zuschläge). Bei Projekten dieser Kategorie wird dieselbe Fläche neben der Stromerzeugung für einen weiteren Zweck, wie etwa zur Landwirtschaft, genutzt.

Bayern in Ausschreibung führend

Im Bundesländerranking weist Bayern mit 693 MW und 106 Zuschlägen erneut das größte Zuschlagsvolumen auf, gefolgt von Niedersachsen (340 MW, 33 Zuschläge) und Baden-Württemberg (333 MW, 45 Zuschläge). Insgesamt setzt sich die süddeutsche Dominanz im Bereich der PV-Freiflächenanlagen damit weiter fort.

Bayern auch bei den Neuinbetriebnahmen von Januar bis April führend - Gesamtmarkt 2026 bislang rückläufig

Die Dominanz von Bayern, die sich in der aktuellen Ausschreibung bei den Freiflächenanlagen zeigt, spiegelt sich für den Solargesamtmarkt (Freiflächenanlagen + Dach-/Gebäudeanlagen) auch in den Neuinbetriebnahmen der ersten vier Monaten des Jahres 2026 wider. Insgesamt wurden nach einer aktuellen IWR-Auswertung des Marktstammdatenregisters der BNetzA demnach von Januar bis April 2026 in Deutschland PV-Anlagen mit einer Leistung von 4.611 MW neu in Betrieb genommen (Stand der Analyse: 08.05.2026). Gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 5.398 MW ist das ein deutlicher Rückgang um etwa 15 %.

Von den Neuinbetriebnahmen in den ersten vier Monaten 2026 entfallen fast 1.030 MW neue PV-Leistung auf Bayern. Mit deutlichem Abstand folgen auf Platz 2 und 3 Brandenburg mit 555 MW und Nordrhein-Westfalen mit 539 MW. Platz 4 und 5 entfallen auf Baden-Württemberg (522 MW) und Niedersachsen (354 MW). Den geringsten Zubau unter den Flächenbundesländern weist das Saarland (52 MW) auf. Nur in den Stadtstaaten Berlin (26 MW), Hamburg (21 MW) und Bremen (9 MW) wurde von Januar bis April 2026 weniger PV-Leistung neu in Betrieb genommen.


© IWR, 2026


12.05.2026

 



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