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Batteriespeicher in Deutschland stoßen in die Gigawattklasse vor – BW ESS startet Bau von 1-GW-Großbatterie

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Klostermansfeld/Zürich – Der Ausbau von Batteriespeichern in Deutschland erreicht mit dem Einstieg in die GW-Klasse eine ganz neue Dimension. Nachdem in den vergangenen Jahren Batteriespeicher mit Leistungen von 50 bis 150 MW als Großprojekte galten, entstehen inzwischen Anlagen im Gigawattmaßstab.

Mit dem Spatenstich für einen Batteriespeicher mit 1.000 MW Leistung und bis zu 5.700 MWh Kapazität startet BW ESS in Sachsen-Anhalt den Bau des bislang größten Batteriespeichers Deutschlands. Der rasante Ausbau der Speicherkapazitäten hat mittelfristige Auswirkungen auf die Strompreise und den Einsatz von Gaskraftwerken.

1.000-MW-Speicher soll zentralen Netzstandort in Sachsen-Anhalt stärken
Mit dem offiziellen Spatenstich beginnt BW ESS den Bau seines ersten deutschen Batteriespeicherprojekts. Die Anlage entsteht in Klostermansfeld im Landkreis Mansfeld-Südharz und wird mit einer Leistung von 1.000 MW sowie einer Speicherkapazität von bis zu 5.700 MWh ausgestattet. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um den größten Batteriespeicher Deutschlands und einen der größten Europas.

Der Anschluss erfolgt über das nahegelegene Umspannwerk Klostermansfeld, einen wichtigen Knotenpunkt im deutschen Höchstspannungsnetz. Der Speicher soll überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien aufnehmen, Lastspitzen ausgleichen und zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen.

„Wir haben uns langfristig verpflichtet, das Potenzial der Energiespeicherung in Deutschland zu heben. Der Batteriespeicher Klostermansfeld wird unser erstes deutsches Asset sein, das in den Bau geht“, sagte Roberto Jiménez, Executive Director von BW ESS.

Speichermarkt in Deutschland wächst im ersten Halbjahr 2026 rasant
Der deutsche Batteriespeichermarkt wächst 2026 mit hoher Geschwindigkeit. Nach Daten des Marktstammdatenregisters (Stand: 27.06.2026) bei der Bundesnetzagentur wurden im ersten Halbjahr 2026 bereits Batteriespeicher mit einer Leistung von rund 2.250 MW und einer Speicherkapazität von mehr als 5.100 MWh neu in Betrieb genommen.

Der geplante 1.000-MW-Speicher von BW ESS erreicht damit eine Größenordnung, die einem erheblichen Anteil des bisherigen Leistungszubaus entspricht. Allein die Leistung dieses Einzelprojekts entspricht fast der Hälfte des im ersten Halbjahr 2026 registrierten Batterie-Zubaus in Deutschland.

Mit einer Speicherkapazität von bis zu 5.700 MWh erreicht das Batterieprojekt eine Speicherdauer von rund 5,7 Stunden bei voller Leistung von 1.000 MW. Damit bewegt sich der Großspeicher bei der Entladedauer in einer Größenordnung, die bislang vor allem von Pumpspeicherkraftwerken erreicht werden konnte. Der Ausbau zeigt, dass Batteriespeicher zunehmend in Leistungsbereiche vordringen, die bisher klassischen Großspeichern vorbehalten waren.

Der Speicher in Klostermansfeld steht dabei beispielhaft für die neue Rolle großer Batteriesysteme im Strommarkt: Sie dienen nicht nur der Stromspeicherung, sondern sollen als Flexibilitätsbausteine erneuerbare Energien besser integrieren, Lastspitzen ausgleichen und zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen.

Großbatterien glätten Strompreise
Mit dem wachsenden Ausbau großer Batteriespeicher entstehen zusätzliche Möglichkeiten, Stromüberschüsse aus erneuerbaren Energien zu nutzen. So können Preisspitzen am Strommarkt reduziert werden. Auch in Extremsituationen wie längeren Hitzeperioden schaffen Großbatterien zusätzliche Flexibilität. Wenn thermische Kraftwerke aufgrund hoher Temperaturen oder eingeschränkter Kühlmöglichkeiten weniger verfügbar sind und gleichzeitig die Stromnachfrage auf Grund des zunehmenden Einsatzes von Kühlgeräten steigt, gleichen Speicher kurzfristige Erzeugungslücken aus.

Durch die Bereitstellung von Strom zu Zeiten hoher Nachfrage werden insbesondere morgendliche und abendliche Lastspitzen abgefedert. Damit leisten Batteriespeicher einen Beitrag zur Glättung von Strompreisschwankungen und zur Stabilisierung des Stromsystems.

Weniger Einsatzzeiten für teure fossile Kraftwerke
Neben der Wirkung auf den Strommarkt verändern Großspeicher auch die Rolle konventioneller Kraftwerke. In Zeiten hoher Nachfrage oder geringer erneuerbarer Erzeugung können Batteriespeicher kurzfristig Leistung bereitstellen und damit die Einsatzzeiten von Spitzenlastkraftwerken verringern.

Besonders betroffen sind teure fossile Kraftwerke wie Gaskraftwerke, die bislang häufig eingesetzt werden, wenn kurzfristig zusätzliche Leistung benötigt wird. Mit dem Ausbau großer Batteriespeicher kann ein Teil dieser Flexibilitätsanforderungen künftig durch Speicher übernommen werden.

Damit werden Batteriespeicher zu einem wichtigen Baustein für ein Stromsystem mit einem weiter steigenden Anteil erneuerbarer Energien. Der 1.000-MW-Speicher von BW ESS steht dabei für den Wandel hin zu großtechnischen, energiewirtschaftlich relevanten Speicheranlagen im deutschen Speichermarkt.

© IWR, 2026


01.07.2026

 



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