EU-Finanzierungsausschluss für Wechselrichter aus Hochrisikoländern: S&P-Global-Daten zeigen ausreichende Kapazität westlicher Hersteller
Angebot versus Nachfrage
Zentral ist die Frage, ob genügend Wechselrichter aus nicht-chinesischer Produktion zur Verfügung stehen. Der ESMC verneint eine Angebotslücke und verweist auf eine Analyse von S&P Global Energy: Demnach liegt die europäische Produktionskapazität bei rund 104 GWac, hinzu kommen mehr als 120 GWac aus Nord- und Südamerika sowie dem asiatisch-pazifischen Raum ohne China. Für die europäische Nachfrage allein stünden demnach mehr als 53 GWac zur Verfügung – nahezu die 2025 in der EU installierte Solarkapazität. „Das Angebot ist nicht der Engpass. Die Kapazität, um Hochrisiko-Anbieter zu ersetzen, existiert bereits heute", sagte ESMC-Generalsekretär Christoph Podewils.
Moderate Mehrkosten
Eine von ESMC zitierte Analyse von Wood Mackenzie kommt in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit zu dem Ergebnis, dass der Einsatz eines westlichen statt eines Wechselrichters aus einem Hochrisikoland die Kosten eines Gewerbe- oder Freiflächenprojekts um rund 2 Prozent erhöht, bei Strangwechselrichtern für Wohngebäude um 3 bis 4 Prozent; bei Systemen mit Mikro-Wechselrichtern, Leistungsoptimierern oder Hybrid-Wechselrichtern können es bis zu 8 Prozent sein. Osteuropäische Märkte lägen preislich auf ähnlichem Niveau wie Deutschland oder Spanien – ein struktureller Kostennachteil bestehe demnach nicht.
Marktpräsenz in Osteuropa
Nach Angaben des Verbands sind westliche Wechselrichterhersteller in vielen europäischen Ländern bereits seit Jahren mit eigenen Vertriebs- und Servicestrukturen vor Ort präsent. So weist eine ESMC-Umfrage unter sechs Unternehmen für die Region Osteuropa in acht Ländern eine installierte Leistung von rund 14 Gigawatt sowie rund 330 Vertriebs- und Servicemitarbeiter vor Ort oder im Fernbetrieb aus, teils seit rund 2010; Vertrieb und Service ließen sich laut Umfrage innerhalb von rund sechs Monaten ausbauen. Am stärksten vertreten ist Polen mit 4.430 Megawatt installierter Leistung und rund 74 Mitarbeitenden, wo ein Ausbau bereits binnen drei Monaten möglich sein soll. Es folgen Ungarn (1.831 MW), Tschechien (1.468 MW), Rumänien (1.147 MW), Bulgarien (810 MW) und die Slowakei (364 MW). Der Verband weist darauf hin, dass die Erhebung nur sechs Unternehmen erfasst und die tatsächliche Präsenz westlicher Anbieter in der Region daher höher liegen dürfte. „Der Wechselrichter ist das Gehirn jeder Solaranlage. Wer das Gehirn kontrolliert, kontrolliert das Netz. Die Debatte darüber, ob sich Europa von Anbietern aus Hochrisikoländern lösen kann, ist beendet – die Kapazität ist vorhanden, die Hersteller sind vorhanden, und in Osteuropa sind sie das seit fünfzehn Jahren", so Podewils.
Über den ESMC
Der European Solar Manufacturing Council (ESMC) mit Sitz in Brüssel vertritt Unternehmen und Organisationen der europäischen Photovoltaik-Fertigungsindustrie, darunter auch Wechselrichterhersteller. Er setzt sich auf europäischer Ebene für die Stärkung der PV-Wertschöpfungskette in Europa ein und veröffentlicht regelmäßig Markteinschätzungen zur Rolle europäischer und westlicher Hersteller.
Eine von ESMC zitierte Analyse von Wood Mackenzie kommt in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit zu dem Ergebnis, dass der Einsatz eines westlichen statt eines Wechselrichters aus einem Hochrisikoland die Kosten eines Gewerbe- oder Freiflächenprojekts um rund 2 Prozent erhöht, bei Strangwechselrichtern für Wohngebäude um 3 bis 4 Prozent; bei Systemen mit Mikro-Wechselrichtern, Leistungsoptimierern oder Hybrid-Wechselrichtern können es bis zu 8 Prozent sein. Osteuropäische Märkte lägen preislich auf ähnlichem Niveau wie Deutschland oder Spanien – ein struktureller Kostennachteil bestehe demnach nicht.
Marktpräsenz in Osteuropa
Nach Angaben des Verbands sind westliche Wechselrichterhersteller in vielen europäischen Ländern bereits seit Jahren mit eigenen Vertriebs- und Servicestrukturen vor Ort präsent. So weist eine ESMC-Umfrage unter sechs Unternehmen für die Region Osteuropa in acht Ländern eine installierte Leistung von rund 14 Gigawatt sowie rund 330 Vertriebs- und Servicemitarbeiter vor Ort oder im Fernbetrieb aus, teils seit rund 2010; Vertrieb und Service ließen sich laut Umfrage innerhalb von rund sechs Monaten ausbauen. Am stärksten vertreten ist Polen mit 4.430 Megawatt installierter Leistung und rund 74 Mitarbeitenden, wo ein Ausbau bereits binnen drei Monaten möglich sein soll. Es folgen Ungarn (1.831 MW), Tschechien (1.468 MW), Rumänien (1.147 MW), Bulgarien (810 MW) und die Slowakei (364 MW). Der Verband weist darauf hin, dass die Erhebung nur sechs Unternehmen erfasst und die tatsächliche Präsenz westlicher Anbieter in der Region daher höher liegen dürfte. „Der Wechselrichter ist das Gehirn jeder Solaranlage. Wer das Gehirn kontrolliert, kontrolliert das Netz. Die Debatte darüber, ob sich Europa von Anbietern aus Hochrisikoländern lösen kann, ist beendet – die Kapazität ist vorhanden, die Hersteller sind vorhanden, und in Osteuropa sind sie das seit fünfzehn Jahren", so Podewils.
Über den ESMC
Der European Solar Manufacturing Council (ESMC) mit Sitz in Brüssel vertritt Unternehmen und Organisationen der europäischen Photovoltaik-Fertigungsindustrie, darunter auch Wechselrichterhersteller. Er setzt sich auf europäischer Ebene für die Stärkung der PV-Wertschöpfungskette in Europa ein und veröffentlicht regelmäßig Markteinschätzungen zur Rolle europäischer und westlicher Hersteller.
Der European Solar Manufacturing Council (ESMC) mit Sitz in Brüssel vertritt Unternehmen und Organisationen der europäischen Photovoltaik-Fertigungsindustrie, darunter auch Wechselrichterhersteller. Er setzt sich auf europäischer Ebene für die Stärkung der PV-Wertschöpfungskette in Europa ein und veröffentlicht regelmäßig Markteinschätzungen zur Rolle europäischer und westlicher Hersteller.
© IWR, 2026
Mehr Nachrichten und Infos aus der Regenerativen Energiewirtschaft
Solarindustrie in Europa: EU will europäische PV-Industrie mit neuer Solar-Charta unterstützen
Enphase bringt neue Mikrowechselrichter-Generation für leistungsstarke Solaranlagen auf den Markt
Energiequelle stärkt Schutz kritischer Energieinfrastruktur: Energiequelle erhält ISO 27001-Zertifizierung mit Erweiterung um ISO 27019 für Energiewirtschaft
Erneuerbare bauen Vorsprung im deutschen Strommix im ersten Halbjahr 2026 weiter aus
Energieforen Leipzig GmbH sucht Projektmanager Digitalisierung & IT (all people)
Energieforen Leipzig GmbH sucht Projektmanager Digitalisierung & IT (all people)
Batteriespeicher in Deutschland stoßen in die Gigawattklasse vor – BW ESS startet Bau von 1-GW-Großbatterie
07.07.2026Solarindustrie in Europa: EU will europäische PV-Industrie mit neuer Solar-Charta unterstützen
Enphase bringt neue Mikrowechselrichter-Generation für leistungsstarke Solaranlagen auf den Markt
Energiequelle stärkt Schutz kritischer Energieinfrastruktur: Energiequelle erhält ISO 27001-Zertifizierung mit Erweiterung um ISO 27019 für Energiewirtschaft
Erneuerbare bauen Vorsprung im deutschen Strommix im ersten Halbjahr 2026 weiter aus
Energieforen Leipzig GmbH sucht Projektmanager Digitalisierung & IT (all people)
Energieforen Leipzig GmbH sucht Projektmanager Digitalisierung & IT (all people)
Batteriespeicher in Deutschland stoßen in die Gigawattklasse vor – BW ESS startet Bau von 1-GW-Großbatterie
Pressemappen - mit Original-Pressemitteilungen



