Iberdrola steigert Halbjahresgewinn deutlich – Stromnetze werden zum wichtigsten Wachstumstreiber
Mit der Übernahme des finnischen Netzbetreibers Caruna für rund 5 Mrd. Euro baut Iberdrola sein Netzgeschäft in Europa weiter aus. Damit folgt der Konzern dem internationalen Branchentrend und setzt neben dem Ausbau erneuerbarer Energien zunehmend auf Investitionen in die Strominfrastruktur.
Iberdrola-Strategie: Netzgeschäft gewinnt weiter an Bedeutung
Mit Investitionen von 7 Mrd. Euro (+25 %) setzte Iberdrola im ersten Halbjahr einen klaren Schwerpunkt auf den Ausbau der Strominfrastruktur. Mehr als 70 Prozent der Investitionen entfielen auf Großbritannien, die USA und Brasilien. Rund 4,4 Mrd. Euro – fast zwei Drittel der Gesamtinvestitionen – flossen in den Ausbau und die Modernisierung der Stromnetze.
Die regulierte Vermögensbasis (Regulated Asset Base, RAB), auf der die Erlöse der Netzbetreiber beruhen, erhöhte sich innerhalb eines Jahres um 11 Prozent auf 55 Mrd. Euro. Besonders stark wuchs das Netzgeschäft in Brasilien (+18 %), den USA (+12 %) und Großbritannien (+11 %).
Zusätzlichen Rückenwind erhält die Netzstrategie durch die angekündigte Übernahme von Caruna, Finnlands größtem Stromverteilnetzbetreiber. Das Unternehmen betreibt ein rund 89.000 Kilometer langes Verteilnetz und versorgt etwa 1,5 Millionen Menschen – mehr als ein Fünftel der finnischen Bevölkerung. Der Unternehmenswert der Transaktion liegt bei rund 5 Mrd. Euro.
Die Halbjahreszahlen unterstreichen einen internationalen Branchentrend: Große Energieversorger investieren verstärkt in Stromnetze, um den steigenden Strombedarf durch Elektrifizierung, Digitalisierung und den Ausbau erneuerbarer Energien zu bewältigen.
Ausbau der Erneuerbaren wird beschleunigt
Neben den Netzen investierte Iberdrola im ersten Halbjahr mehr als 2,2 Mrd. Euro in neue Erzeugungsanlagen. Über 70 Prozent davon entfielen auf Onshore- und Offshore-Windenergie. Im Berichtszeitraum nahm der Konzern weltweit mehr als 1,6 GW neue Erzeugungskapazität in Betrieb.
Bis Ende 2026 sollen weitere 2,1 GW folgen. Darüber hinaus hat Iberdrola seine mittelfristige Ausbauplanung deutlich angehoben: Zwischen 2025 und 2030 sollen nun insgesamt 15,5 GW neue Erzeugungskapazität entstehen. Im bisherigen Investitionsplan für 2025 bis 2028 waren noch 9,5 GW vorgesehen.
Ausblick 2026 bestätigt – Gewinn soll weiter wachsen
Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) stieg im ersten Halbjahr um 7 Prozent auf 8,05 Mrd. Euro. Bereinigt um Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von Wärmekraftwerken in Mexiko legte der Nettogewinn um 8 Prozent zu.
Für das Gesamtjahr bestätigt Iberdrola seine Prognose eines bereinigten Nettogewinnwachstums von deutlich mehr als 8 Prozent. Als wesentliche Wachstumstreiber nennt das Unternehmen den weiteren Ausbau der Netzinfrastruktur, insbesondere im Übertragungsnetz, zusätzliche Erzeugungskapazitäten sowie Effizienzsteigerungen durch den verstärkten Einsatz Künstlicher Intelligenz.
Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 steigt um 12 Prozent auf 0,685 Euro je Aktie. Insgesamt schüttet Iberdrola rund 4,5 Mrd. Euro an seine Aktionäre aus.
© IWR, 2026
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