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Scatec steigt mit 77-MW-Projekt in Rumänien erstmals in Europas Onshore-Windmarkt ein

© Scatec© Scatec

Oslo/Bukarest – Der norwegische Erneuerbare-Energien-Konzern Scatec erweitert sein Europageschäft und steigt erstmals in die europäische Onshore-Windenergie ein. Das Unternehmen übernimmt vom schwedischen Projektentwickler OX2 das Windparkprojekt Urleasca mit einer Leistung von 77 MW im Südosten Rumäniens.

Die Akquisition fällt in eine Phase des Umbruchs auf dem rumänischen Windenergiemarkt. Nach Jahren geringer Investitionen soll das neue CfD-Modell (Contract for Difference) den Ausbau der Onshore-Windenergie wieder beschleunigen. Für internationale Projektentwickler entwickelt sich das Land damit zu einem der wichtigsten Wachstumsmärkte für erneuerbare Energien in Südosteuropa.

CfD sichert Einnahmen für mehr als die Hälfte der Leistung
Der Windpark Urleasca entsteht im Kreis Brăila im Südosten Rumäniens. Für rund 43 MW der installierten Leistung besteht ein staatlich abgesicherter CfD-Vertrag mit einem durchschnittlichen Vergütungspreis von 71,3 Euro je Megawattstunde. Die übrige Stromproduktion soll am rumänischen Großhandelsmarkt vermarktet werden.

Das Projekt ergänzt zugleich die beiden bereits im Bau befindlichen Solarparks Dobrun und Sadova mit einer Gesamtleistung von 190 MW. Scatec baut damit in Rumänien ein technologieübergreifendes Portfolio aus Wind- und Solarenergie auf.

Mit der Kombination aus langfristig abgesicherten Erlösen und marktpreisabhängigen Stromverkäufen verfolgt Scatec eine Strategie zur Diversifizierung seiner Einnahmen. Das Unternehmen will dadurch sowohl von stabilen Cashflows als auch von möglichen Chancen am Strommarkt profitieren.

OX2 entwickelt Projekt bis zur Inbetriebnahme
Das Windparkprojekt wurde von OX2 entwickelt. Der schwedische Projektentwickler bleibt im Rahmen eines Construction and Asset Transfer Agreement (CATA) bis zur Inbetriebnahme für Entwicklung, Bau und Übergabe verantwortlich.

Der Finanzierungsabschluss wird für das dritte Quartal 2026 angestrebt. Die Inbetriebnahme des Windparks ist für die zweite Hälfte des Jahres 2028 vorgesehen. Die Gesamtinvestitionen werden auf rund 168 Mio. Euro (ohne Mehrwertsteuer) geschätzt. Etwa 60 Prozent der Projektkosten sollen über projektbezogene Fremdfinanzierungen gedeckt werden. Nach der Inbetriebnahme übernimmt Scatec das Anlagenmanagement sowie Betrieb und Wartung.

Rumänien startet zweite Ausbauphase der Windenergie
Rumänien gehörte bereits Anfang der 2010er Jahre zu den dynamischsten Windenergiemärkten Osteuropas. Nach dem Auslaufen des damaligen Fördersystems kam der Ausbau neuer Onshore-Windparks jedoch über Jahre nahezu zum Erliegen. Mit den ersten CfD-Ausschreibungsrunden soll der Ausbau von Wind- und Solarenergie nun wieder deutlich beschleunigt werden und neue Investitionen aus dem In- und Ausland anstoßen.

Mit dem Einstieg in die Onshore-Windenergie erweitert Scatec zugleich seine europäische Strategie. Während das Unternehmen in Rumänien bislang ausschließlich auf Solarenergie setzte, entsteht dort nun ein technologieübergreifendes Portfolio aus Wind- und Solarenergie. Durch die Kombination beider Technologien lassen sich wetterbedingte Erzeugungsschwankungen besser ausgleichen und die Stromproduktion über das Jahr hinweg gleichmäßiger verteilen.

Die im RENIXX World gelistete Scatec-Aktie verliert im heutigen Handel bis zum Mittag rund 1,8 Prozent auf 8,30 Euro.

© IWR, 2026


03.08.2026

 



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