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Von der Pilotanlage zur Serienreife: Sunfire baut Testanlage für hocheffiziente Wasserstoffproduktion in der Lausitz

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Dresden – Der Elektrolyseurhersteller Sunfire treibt die industrielle Validierung seiner Hochtemperatur-Elektrolyse-Technologie voran: Im Industriepark Lausitz der BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH errichtet das Unternehmen eine Testanlage für seine neueste SOEC-Generation, um die Technologie unter realen industriellen Bedingungen auf dem Weg zur kommerziellen Serienreife zu erproben.

Deutschland gehört neben 14 weiteren EU-Staaten zu den beteiligten Mitgliedstaaten des IPCEI-Vorhabens „Hy2Tech" (Important Project of Common European Interest), mit dem die EU-Kommission seit 2022 die Industrialisierung von Wasserstofftechnologien fördert. Die Mitgliedstaaten stellen dafür laut Kommissionsangaben bis zu 5,4 Milliarden Euro öffentliche Mittel bereit, um rund 8,8 Milliarden Euro private Investitionen zu mobilisieren – verteilt auf 41 Vorhaben von 35 Unternehmen.

Spatenstich in Schwarzheide: Sunfire baut Testanlage für neueste SOEC-Generation
Sunfire und die BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH, Betreiberin des brandenburgischen Industrieparks Lausitz in Schwarzheide, haben den Spatenstich für die Elektrolyse-Testanlage gesetzt. Dort will Sunfire künftig seine neueste und nach eigenen Angaben leistungsstärkste SOEC-Produktgeneration im industriellen Umfeld erproben. Die Hochtemperatur-Elektrolyse nutzt am Standort verfügbare Abwärme, wodurch sich laut Sunfire der Strombedarf je Kilogramm produziertem Wasserstoff senken lässt. Sunfire hatte nach eigenen Angaben im EU-finanzierten Projekt GrInHy2.0 bereits 2022 mit einer früheren Zellgeneration einen elektrischen Wirkungsgrad von 84,6 Prozent (LHV, AC) nachgewiesen. Mit der neuen, dritten Gerätegeneration erwartet das Unternehmen Wirkungsgrade von bis zu 89 Prozent (LHV, AC). Dieser erwartete Wert soll nun im Rahmen der Langzeitvalidierung unter industriellen Bedingungen überprüft werden. Sunfire-CTO Christian von Olshausen: „Durch die Nutzung verfügbarer Abwärme erreicht die Hochtemperatur-Elektrolyse Rekordwirkungsgrade und kann die Gestehungskosten für grünen Wasserstoff und Synthesegas deutlich senken."

Forschungsbasis H2Giga: Bundesleitprojekt legte Grundlage für die HTEL-Zellentwicklung
Die in Schwarzheide eingesetzte SOEC-Technologie wurde im Rahmen des BMFTR-Leitprojekts H2Giga weiterentwickelt: Im Teilprojekt „HTEL-Stacks – Ready for Gigawatt" war Sunfire mit der Gesamtkoordination betraut. H2Giga bündelt rund 30 Einzelprojekte mit dem Ziel, die Serienproduktion von Elektrolyseuren auf Gigawatt-Maßstab industriell wettbewerbsfähig zu machen. Die Testanlage in der Lausitz baut auf diesen Forschungsergebnissen auf und dient nun der industriellen Langzeitvalidierung unter realen Einsatzbedingungen.

Kommerzialisierungskurs: EIB-Darlehen von bis zu 100 Millionen Euro flankiert SOEC-Industrialisierung
Die Validierung in Schwarzheide ist nach Unternehmensangaben Teil der Vorbereitung erster kommerzieller SOEC-Anwendungen im Rahmen des IPCEI Hy2Tech: Mit dem Projekt „Sunfire 1500+" verfolgt das Unternehmen dort die Industrialisierung seiner Alkali- und Festoxid-Elektrolyseure und den Aufbau entsprechender Fertigungskapazitäten.

Flankiert wird dieser Kurs durch ein Darlehen der Europäischen Investitionsbank: 2023 vereinbarte die EIB mit Sunfire eine Finanzierung von bis zu 100 Millionen Euro; davon wurden 70 Millionen Euro am 22. Dezember 2023 unterzeichnet. Die Finanzierung dient unter anderem der Weiterentwicklung von Festoxid-Elektrolyseuren für die industrielle Wasserstoffproduktion. Sunfire-CEO Nils Aldag ordnet den aktuellen Schritt in die Unternehmensstrategie ein: „Mit der Testanlage am BASF-Standort Schwarzheide setzen wir unsere SOEC-Strategie konsequent um und treiben die Kommerzialisierung der Technologie weiter voran."

Standortentscheidung: BASF-Tochter verweist auf zügige Umsetzung in Schwarzheide
Betrieben wird der Industriepark Lausitz von der BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH, die am Chemiestandort Schwarzheide nach eigenen Angaben mehr als 900 Mitarbeitende beschäftigt und Unternehmen aus Chemie und Industrie mit Infrastruktur- und Standortdienstleistungen versorgt. Geschäftsführer Jürgen Fuchs sieht in der Ansiedlung ein Signal für die Standortattraktivität: „Mit Sunfire haben wir für den Zukunftsmarkt Wasserstoff einen echten Branchenprimus und internationalen Technologieführer für den Industriepark Lausitz gewonnen." Die kaufmännische Geschäftsführerin Anne Francken verweist zudem auf die vorausgegangene enge Abstimmung beider Partner, die den zügigen Netzanschluss der Anlage ermöglicht habe.

Mit dem Spatenstich rückt Sunfire dem selbst gesteckten Ziel näher, die Hochtemperatur-Elektrolyse von der Demonstrationsphase in die industrielle Anwendung zu überführen. Mit den Ergebnissen der Langzeitvalidierung will Sunfire die Grundlage für die nächsten Schritte auf dem Weg zu ersten kommerziellen SOEC-Projekten schaffen.

© IWR, 2026


24.08.2026

 



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