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Tankrabatt kommt wieder nur teilweise an: DIW ermittelt 11 Cent Entlastung bei Benzin und 13 Cent bei Diesel

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Berlin - Die seit dem 1. Oktober 2026 geltende Energiesteuersenkung auf Benzin und Diesel kommt bislang nur teilweise bei den Verbrauchern an. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) sind die Kraftstoffpreise in der ersten Woche durch den Tankrabatt bei Benzin um rund 11 Cent und bei Diesel um etwa 13 Cent je Liter gesunken. Rechnerisch beträgt die steuerliche Entlastung knapp 17 Cent je Liter.

Damit wurde die Steuersenkung bislang nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben. Ob sich dieser Anteil in den kommenden Wochen erhöht, ist noch offen. Bereits bei einem ersten Tankrabatt im Mai und Juni 2026 hatte die Monopolkommission regionale Unterschiede und eine zum Ende des Geltungszeitraums nachlassende Entlastungswirkung festgestellt. Ein neuer Tankrabatt-Monitor des DIW soll nun die aktuelle Preisentwicklung dokumentieren.

Tankrabatt: DIW vergleicht Preise an 25.000 Tankstellen

Bundestag und Bundesrat haben die erneute Senkung der Energiesteuer am 25. September 2026 beschlossen. Sie gilt vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026. Einschließlich des Umsatzsteuereffekts ergibt sich rechnerisch eine Entlastung von rund 16,7 Cent je Liter Benzin und Diesel.

Um die tatsächliche Wirkung zu ermitteln, wertet das DIW täglich die Kraftstoffpreise an rund 15.000 Tankstellen in Deutschland und knapp 10.000 Tankstellen in Frankreich aus.

Frankreich dient dabei als Vergleichsmarkt, weil dort kein entsprechender Tankrabatt eingeführt wurde. Sinken die Preise in Deutschland stärker als im Nachbarland, wird der zusätzliche Preisrückgang als Wirkung der deutschen Steuersenkung gewertet. Damit soll der Einfluss allgemeiner Marktbewegungen auf die Kraftstoffpreise berücksichtigt werden.

Nach der ersten Woche wurden bei Benzin rund 11 Cent und bei Diesel etwa 13 Cent je Liter an die Verbraucher weitergegeben. Das entspricht rechnerisch rund 66 Prozent der Steuerentlastung bei Benzin und 78 Prozent bei Diesel. Die Prozentwerte ergeben sich aus den vom DIW veröffentlichten gerundeten Cent-Beträgen.

Kraftstoffpreise: DIW sieht Hinweise auf verzögerte Weitergabe

„Es deutet sich an, dass der Tankrabatt erneut nicht in voller Höhe weitergeben wird“, erklärt Tomaso Duso, Leiter der Abteilung Unternehmen und Märkte am DIW Berlin. Für eine abschließende Bewertung sei es allerdings noch zu früh.

Nach Angaben des DIW können die Kraftstoffpreise unmittelbar nach einer Steuersenkung deutlich schwanken. Als mögliche Erklärung verweist das Institut auf noch vorhandene Kraftstoffbestände, die vor Inkrafttreten des Tankrabatts eingekauft wurden.

Das DIW verweist zudem auf ein bekanntes Muster bei der Preisbildung: Kraftstoffpreise reagieren auf steigende Kosten häufig schneller als auf sinkende. Auch nach Einführung des aktuellen Tankrabatts seien die Preise in der ersten Woche nur langsam zurückgegangen.

Erster Tankrabatt 2026: Monopolkommission stellte regionale Unterschiede fest

Bereits vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2026 galt eine vom Bundestag beschlossene Senkung der Energiesteuer in identischer Höhe von rechnerisch 16,7 Cent je Liter einschließlich Umsatzsteuer. Nach einer Zwischenbilanz der Monopolkommission vom 16. Juni wurden davon im Durchschnitt rund 15 bis 16 Cent an die Verbraucher weitergegeben. In Süddeutschland lag die Entlastung mit etwa 13,3 bis 14,9 Cent niedriger. Die Kommission schätzte den nicht weitergegebenen Anteil der Steuersenkung zum damaligen Zeitpunkt auf rund 100 bis 200 Millionen Euro.

Zum Ende des Geltungszeitraums ging die Weitergabe deutlich zurück. Nach Angaben des Kommissionsvorsitzenden Tomaso Duso kamen in den letzten Tagen vor dem 30. Juni je nach Kraftstoff nur noch 7 bis 11 Cent bei den Verbrauchern an. Für den gesamten Geltungszeitraum bezifferte das DIW den nicht an die Verbraucher weitergegebenen Betrag auf mehr als 200 Millionen Euro.

Die Bundesregierung bewertete die Wirkung des ersten Tankrabatts dagegen positiver. In ihrer Ende September veröffentlichten Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken (Bundestagsdrucksache 21/8180) erklärte sie, die Energiesteuersenkung sei weitgehend an die Verbraucher weitergegeben worden. Sie verwies dabei unter anderem auf Untersuchungen des ifo-Instituts und der Monopolkommission.

Tomaso Duso, Leiter der Abteilung Unternehmen und Märkte am DIW Berlin, ist zugleich Vorsitzender der Monopolkommission. Die DIW-Analyse zum ersten Tankrabatt stützt sich auf deren Untersuchung. Die Ergebnisse sind daher nicht als zwei voneinander unabhängige Erhebungen zu verstehen.

Das DIW aktualisiert die Berechnungen seines neuen Tankrabatt-Monitors täglich und veröffentlicht jeweils donnerstags eine Zusammenfassung. Für die Bewertung der erneuten Steuersenkung ist entscheidend, wie sich die Kraftstoffpreise über einen längeren Zeitraum im Vergleich zum französischen Markt entwickeln. Erst dann lässt sich belastbarer beurteilen, welcher Anteil der staatlichen Entlastung tatsächlich bei den Verbrauchern ankommt.

© IWR, 2026


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