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40 Prozent mehr Solarstrom im Oktober - EE-Anteil seit Jahresbeginn bei über 63 Prozent

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Münster - Die Solarstromeinspeisung in Deutschland ist im Oktober 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 40 Prozent gestiegen. Dagegen haben Windenergie und Wasserkraft weniger Strom eingespeist. Das zeigt die IWR-Auswertung der Daten der europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E).

Der fortschreitende Ausbau der Photovoltaik und die überdurchschnittliche Sonnenscheindauer begünstigen die Solarstromeinspeisung. Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war der Oktober bereits der achte Monat in Folge mit mehr Sonnenschein als im langjährigen Mittel. Seit Jahresbeginn liegt die Solarstromeinspeisung deutlich über dem Vorjahresniveau und trägt maßgeblich zum Wachstum der erneuerbaren Energien bei.

Solarstrom im Oktober plus 40,4 Prozent - Windenergie und Wasserkraft rückläufig

Die Solarstromeinspeisung stieg im Oktober um 40,4 Prozent auf 5,1 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) (Okt 2025: 3,6 Mrd. kWh). Neben dem Photovoltaikausbau dürfte die sonnigere Witterung dazu beigetragen haben.

Die Windstromeinspeisung ging um 12,6 Prozent auf 14,5 Mrd. kWh zurück (Okt 2025: 16,6 Mrd. kWh). Auch die Wasserkraft blieb mit einem Rückgang um 29,5 Prozent auf 0,8 Mrd. kWh unter dem Oktober des Vorjahres (Okt 2025: 1,1 Mrd. kWh). Die Biomasse lag mit 3,1 Mrd. kWh nahezu auf Vorjahresniveau.

Insgesamt haben erneuerbare Energien im Oktober 23,5 Mrd. kWh Strom eingespeist, 3,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat (24,4 Mrd. kWh). Ihr Anteil an der gesamten erfassten Stromeinspeisung lag bei 61,0 Prozent (Okt 2025: 63,6 Prozent).

Bei den konventionellen Energieträgern stieg die Stromeinspeisung aus Braunkohle um 23,7 Prozent auf 7,0 Mrd. kWh. Die Einspeisung aus Gaskraftwerken ging dagegen um 4 Prozent auf 5,1 Mrd. kWh zurück.

Überdurchschnittlich sonniger Oktober - Niederschläge gleichen Trockenheit nicht aus

Nach vorläufigen DWD-Auswertungen schien die Sonne im Oktober bundesweit rund 122 Stunden. Das waren etwa 12 Prozent mehr als im Mittel 1961 bis 1990 (109 Stunden). Im Oktober 2025 waren es lediglich 79 Stunden. Damit lag die Sonnenscheindauer 2026 um rund 54 Prozent über dem Vorjahreswert. Der genaue Anteil der Witterung am Solarstromzuwachs lässt sich daraus allerdings nicht bestimmen.

Nordrhein-Westfalen dürfte mit rund 141 Stunden die höchste Sonnenscheindauer erreicht haben, Schleswig-Holstein mit rund 100 Stunden voraussichtlich die niedrigste. Die Mitteltemperatur lag mit 10,6 °C um 1,6 Grad über dem Klimamittel 1961 bis 1990.

Mit rund 76 l/m2 fiel erstmals seit Februar wieder mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel, ein Plus von 36 Prozent gegenüber 1961 bis 1990. Trotz des Regens bestehen laut DWD weiterhin Defizite bei der Bodenfeuchte und niedrige Wasserstände großer Flüsse.

Erneuerbare Energien steigern Stromeinspeisung seit Jahresbeginn um 8,1 Prozent

Von Januar bis Oktober 2026 haben erneuerbare Energien nach der IWR-Auswertung insgesamt 233,6 Mrd. kWh eingespeist. Das sind 8,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (216,1 Mrd. kWh). Ihr Anteil an der gesamten erfassten Stromeinspeisung stieg auf 63,4 Prozent (Jan-Okt 2025: 62,5 Prozent). Die gesamte Stromeinspeisung erhöhte sich um 6,4 Prozent auf 368,2 Mrd. kWh.

Wichtigste erneuerbare Energiequelle bleibt die Windenergie mit 113,0 Mrd. kWh, ein Plus von 8,3 Prozent. Die Solarenergie legte mit 81,2 Mrd. kWh um 16,0 Prozent zu. Dagegen sank die Wasserkrafteinspeisung um 15,5 Prozent auf 10,2 Mrd. kWh.

Bei der konventionellen Stromeinspeisung ergibt sich ein Anstieg um 3,7 Prozent auf 134,6 Mrd. kWh. Die Steinkohle verzeichnete einen Zuwachs um 11,4 Prozent auf 24,9 Mrd. kWh, die Braunkohle legte um 0,9 Prozent auf 55,6 Mrd. kWh zu und die Einspeisung aus Gaskraftwerken stieg um 1,8 Prozent auf 46,4 Mrd. kWh.

Der bisherige Jahresverlauf zeigt: Die erneuerbaren Energien tragen mit rund 79 Prozent den größten Teil des gesamten Einspeisezuwachses. Zwar ist auch die konventionelle Stromeinspeisung absolut gestiegen, ihr Anteil an der gesamten erfassten Einspeisung ist jedoch von 37,5 auf 36,6 Prozent gesunken.

Über die Daten der europäischen Netzbetreiber (ENTSO-E)

Die IWR-Auswertung basiert auf den von nationalen Übertragungsnetzbetreibern an ENTSO-E gemeldeten Länderdaten (Stand: 02.11.2026, vorläufig). Erfasst wird die Netto-Stromeinspeisung in die Stromnetze; Eigenverbrauch ist nicht enthalten. Die Wasserkraft wird ohne Pumpspeicherwerke ausgewiesen. Die Daten können daher von offiziellen Statistiken zur Brutto-Stromerzeugung abweichen.

© IWR, 2026


02.11.2026

 



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